Aero-Club Bamberg e.V.
Chronik
1909 Der heutige Flugplatz Bamberg-Breitenau dient dem 5. Bayerischen Infanterie-Regiment als Exerzierplatz. Flugpionier Friedrich Harth, Regierungsbaumeister der Stadt Bamberg, unternimmt hier mit selbstgebauten Gleitflugzeugen erste Flugversuche.
1910 Harth verlegt die Erprobung seiner Flugzeuge auf den Ludwager Kulm, wo seine Flugversuche zum ersten Mal erfolgreich verlaufen. Am 27. Mai 1911 gelingen ihm dort drei Gleitflüge über eine Distanz von 120 m.
27. Mai 1912 Mit der Grade II Libelle und dem Sachsen Doppeldecker sind die ersten Motorflugzeuge in Bamberg zu sehen.
1913 Willy Messerschmitt, der Sohn eines Bamberger Weingroßhändlers, schließt sich Harth an und wird dessen Schüler. Gemeinsam entwickeln sie Segel- und Leichtmotorflugzeuge.

Auf dem Exerzierplatz wird die erste Flugzeughalle gebaut.
1916 Auf der Breitenau wird ein Militärflugplatz errichtet und als Kriegsfliegerschule genutzt. Im Endstadium des Ersten Weltkriegs befindet sich hier eine Militärfliegerschule mit 323 Mitarbeitern, 90 Flugzeugen und 100 Flugschülern.
1919 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird der Militärflugplatz auch der zivilen Luftfahrt geöffnet.
1920 Fast alle militärischen Gebäude auf der Breitenau werden abgerissen. Lediglich der Kugelfang des Schießstandes zum Einschießen und Justieren der Bordwaffen bleibt stehen. Dieser wird im Dezember 2009 in die Liste der geschützten Denkmäler aufgenommen und ist neben der Flugwerft Schleißheim das einzige Bauwerk, das heute von der bayerischen Militärfliegerei im Ersten Weltkrieg zeugt.
1923 Messerschmitt trennt sich von seinem Lehrmeister Harth und gründet in Bamberg die Messerschmitt Flugzeugbau GmbH. Harth gründet die Segelflug-Studiengesellschaft Bamberg, die im folgenden Jahr in Deutscher Luftfahrt-Verband, Ortsgruppe Bamberg umbenannt wird und sich im Jahr 1932 in den Deutschen Luftfahrerverein, Bamberg e.V. und die Oberfränkische Verkehrsfluggesellschaft aufspaltet. In Zeiten wirtschaftlicher Not geht die Verkehrsfluggesellschaft zugrunde; der hauptsächlich im Segelflug engagierte Luftfahrerverein droht, sich ebenfalls aufzulösen.
1924 Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Flugsport und Flugtechnik in Oberfranken beginnt mit der Errichtung einer massiven Flugzeughalle mit angebauter Wohnung. Von den 1950er Jahren bis zu ihrem Abriss im Jahr 2014 wird die Halle zur Unterstellung unserer Flugzeuge, die Wohnung als Vereinsheim genutzt.
1926 Die Nordbayerische Verkehrsflug GmbH wird in Bamberg gegründet. Sie fliegt von 1927 bis 1928 auf der Linie Fürth-Leipzig und legt dabei Zwischenstopps auf der Breitenau ein.

Freiherr Eberhard von Conta und Dr. Ing. Werner von Langsdorff starten in einer Messerschmitt M17 in Bamberg und überqueren die Alpen mit dem Flugziel Rom. Bei den Vorbereitungen zu diesem Flug erreicht von Conta eine Flughöhe von 5.000 m und bricht damit den damaligen Höhenweltrekord.
1927 Willy Messerschmitt verlegt seine Fabrikation nach Augsburg. Mit der noch in Bamberg entwickelten M18 schafft er die Grundlagen für seinen späteren Großserienbau von Metallflugzeugen wie beispielsweise der berühmten Me-108 oder der legendären Me-109.

Insgesamt landen in diesem Jahr 200 Flugzeuge auf dem Verkehrslandeplatz Breitenau bei Bamberg.

Der Flugbetrieb auf der Friesener Warte beginnt.
1928 Mit der LZ 127 ist zum ersten Mal ein Luftschiff über Bamberg zu sehen.
1930 Mithilfe der Stadt Bamberg wird die Fluggemeinschaft Bamberg aus dem Nachlass von Luftfahrerverein und Verkehrsfluggesellschaft gegründet. Im Jahr 1932 beginnt die Fluggemeinschaft mit dem Segelfliegen am Staffelberg.
1933 Nach der Machtergreifung werden sämtliche Luftsportvereine dem Deutschen Luftsportverband einverleibt und in Ortsgruppen aufgeteilt. Der Flugsport dient nun zunehmend der vormilitärischen Ausbildung.
1936 Infolge der Inanspruchnahme der Breitenau durch das Militär als Exerzierplatz wird diese für Flugbewegungen gesperrt. Die Ortsgruppe Bamberg fliegt auf der Friesener Warte.

Friedrich Harth stirbt nach schwerer Krankheit. Der erste SG 38 des Aero-Clubs Bamberg wird im Jahr 1952 nach ihm benannt.
1940-1944 Die Breitenau wird während des Kriegs als Außenlandeplatz für Flugzeuge benachbarter Militärflugplätze genutzt.
1945 Nach Kriegsende belegen die Heeresfliegereinheiten der US-Armee das Gelände. Die private Fliegerei ist in Deutschland verboten.
8. Juni 1949 26 alte Flieger und Flugbegeisterte treffen sich im Bamberger Zimmer der Gaststätte Schlenkerla und gründen den Wanderclub Friesener Warte mit dem Ziel, auf irgendeine Art und Weise in die Luft zu kommen. Fortan werden hinter verschlossenen Türen zwei Segelflugzeuge und eine Startwinde gebaut, die Vorbereitungen für den geplanten Flugbetrieb auf der Friesener Warte laufen; sobald die erwartere Freigabe erfolgt, möchte man sofort mit dem Segelfliegen beginnen. Die Eingliederung der Bastelgruppe unserer heutigen Modellflugsparte wird bei der Vereinsgründung beschlossen. Mit der Errichtung eines Clubheims nahe der Friesener Warte wird begonnen.
12. Dezember 1951 Kurz nachdem das Segelfliegen von den Besatzungsmächten erlaubt wird, wird unser Verein in Aero-Club Bamberg umbenannt.

Der Aero-Club Bamberg zählt an die 100 Mitglieder.
19. Juni 1952 Da die US-Armee die über die Katholische Jugend beantragte Mitnutzung des Flugplatzes Bamberg-Breitenau genehmigt, kann der Aero-Club Bamberg hier den Segelflugbetrieb aufnehmen. Die Hirschaider Gruppe des Vereins, die unterdessen auf der Friesener Warte mit dem Segelfliegen begonnen hat, verlässt den Aero-Club, trägt fortan den Namen Luftsportverein Friesener Warte und übernimmt im Jahr 1966 die Halterschaft des dortigen Segelfluggeländes.
1955 Unsere Vereinsmitglieder Otto Albert, Franz Dioszeghy, Adolf Haaß, Joseph Hofmann und Jean Weghorn fliegen die ersten Streckensegelflüge mit mehr als 50 km Distanz in der Geschichte der Breitenau und qualifizieren sich für das FAI-Leistungsabzeichen in Silber. Sie fliegen mit einem B-Spatz, einer Mü 13 E und einem Grunau Baby IIIb von Bamberg nach Uffenheim, Haßlach, Edensfeld, Bindlach bzw. Nürnberg.
1956 Die Motorfliegerei wird in Deutschland wieder gestattet, woraufhin der Aero-Club Bamberg mit einem aus der Schweiz stammenden Motorflugzeug des Typs Comte AC-4 die Motorflugsparte gründet.

Unser Vereinsmitglied Adalbert Müller gewinnt die Bayerische Meisterschaft im Modellflug. Diesem ersten großen Wettbewerbssieg für unsere Modellflieger schließen sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte viele gute Platzierungen an.
1958 Im Sommer begeistert der erste Großflugtag nach dem Zweiten Weltkrieg die Bevölkerung aus Stadt und Land. Über 20.000 Zuschauer besuchen uns zu diesem Ereignis.
1961 Unsere Vereinsmitglieder Rudolf Weigmann und Hermann Welzel gewinnen mit der Comte AC-4 beim Deutschlandflug den Burda-Preis der Lüfte, eine Piper J-3 Cub. Dieses Flugzeug wird der Grundstock unserer vereinseigenen Motorflugschule.

Pioniere der US-Armee legen eine separate Startbahn für den Segelflugstart an.

Unsere Modellflugsparte verlässt die Breitenau und nimmt ein Gelände am Börstig in Betrieb, das uns die nächsten 10 Jahre als Modellflugplatz dient, bevor es 1971 dem Straßenbau zum Opfer fällt.
1963 Unser Vereinsmitglied Jürgen Eichelsdörfer fliegt den ersten Streckensegelflug mit mehr als 300 km Distanz in der Geschichte der Breitenau, wodurch er eine der Bedingungen für das FAI-Leistungsabzeichen in Gold erfüllt. Er fliegt mit einem L-Spatz 55 von Bamberg nach Freiburg im Breisgau.

Ein Turm und eine Gaststätte werden an unser Vereinsheim angebaut. Eine zweite, kleinere Flugzeughalle (nach unserem Vereinsmitglied und Sponsor der Halle Dr. Friedrich Raupach Raupachhalle genannt) wird errichtet und bis ins Jahr 2014 zur Unterstellung unserer Motorflugzeuge und unserer Fahrzeuge genutzt.
1968 Der Bamberger Stützpunkt der Luftrettungsstaffel Bayern wird gegründet.
1969 Die Grenze der ADIZ, einer Flugüberwachungszone, die als Puffer um die deutsch-deutsche Grenze angelegt worden ist, wird nach Norden verlegt. Damit kann der Flugplatz Bamberg-Breitenau ohne vorherige Aufgabe eines Flugplans angeflogen werden.

Nördlich des Flugplatzes wird eine Hochspannungsleitung errichtet, die den Anflug auf die Querlandebahn 14/32 behindert. Die Grasbahn wird deshalb geschlossen und darf fortan nur noch in Notfällen angeflogen werden. Sie wird im Laufe der Jahrzehnte der Natur einverleibt und ist heute nicht mehr erkennbar.

Zum 20-jährigen Vereinsjubiläum kehrt Prof. Dr.-Ing. E.h. Willy Messerschmitt, bis zu seinem Tode 1978 Ehrenmitglied des Aero-Clubs Bamberg, nach Bamberg zurück, um die Festrede zu halten, in der er Bamberg als "Startbahn seines Lebens" bezeichnet.

Unser Vorstand Friedrich Gerfertz wird zum ersten Ehrenvorstand in der Geschichte des Vereins ernannt.
1970 Unser Vereinsmitglied Franz Ott gewinnt den bayerischen dezentralen Segelflugwettbewerb in der Jugendklasse und wird Bayerischer Jugendmeister. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte erreichen unsere Segelflieger auf zahlreichen Wettbewerben viele weitere Platzierungen unter den Top 5.
1972 Durch den Erwerb eines SF 25 B steht uns fortan ein eigener Motorsegler zur Verfügung.
1. Juli 1973 Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Bamberg richtet der Aero-Club einen Großflugtag mit dreistündigem Flugprogramm aus, dessen Höhepunkt die Kunstflugstaffel The Macaws der Royal Air Force ist. 15.000 Zuschauer erleben an diesem Tag die Faszination Fliegen.
1975 Der Aero-Club Bamberg zählt etwa 200 Mitglieder.

Unser Vereinsmitglied Hans Jürgen Schmacht wird Bayerischer Segelflug-Jugendmeister in der Standardklasse.
1977 Einem tschechischen Flugzeugmechaniker gelingt in einem Sprühflugzeug eine spektakuläre Flucht aus dem Ostblock. Seine Familie hatte er während des gesamten Fluges im Sprühtank untergebracht. Er landet auf dem ersten Flugplatz, der auf seiner Flugstrecke liegt: dem Flugplatz Bamberg-Breitenau.
1978 Der Aero-Club Bamberg pachtet ein Gelände auf der Hohen Metze für unsere Modellflugsparte.
1979 Im Rahmen der Feierlichkeiten 70 Jahre Luftfahrt – 30 Jahre Aero-Club finden sich tausende von Menschen auf der Breitenau ein, um dem Großflugtag beizuwohnen. Die beiden Senkrechtstarter des Typs Harrier der Royal Air Force bilden die größte Attraktion.

Unsere Wettbewerbsmannschaft gewinnt die Bayerische Segelflugmeisterschaft und belegt damit in der deutschen Wertung den fünften Platz.
1980 Der Aero-Club Bamberg tritt dem Luftsport-Verband Bayern bei.

Unser Vereinsmitglied Christian Waldschmidt erringt bei der Oberfränkischen Segelflugmeisterschaft den ersten Platz in der offenen und in der 15-Meter-Klasse.
1981 Hans Jürgen Schmacht fliegt mit 841 km das größte FAI-Dreieck, das bis dahin jemals in Bayern geflogen worden ist. Er gewinnt den Klippeneck-Segelflug-Wettbewerb, wird Bayerischer Segelflugmeister in der 15-Meter-Klasse und erringt den zweiten Platz im Barron Hilton Cup.
1983 Zu den bisherigen Sparten des Vereins – Segelflug, Motorflug, Motorsegler und Modellflug – gesellen sich zwei weitere: die Sparte Ultraleicht und die Sparte Ballonsport.

Hans Jürgen Schmacht gewinnt erneut die Bayerische Segelflugmeisterschaft in der 15-Meter-Klasse.
1984 Unter der Leitung unseres Ehrenvorstandes Dr. Friedrich Gerfertz findet mit 30 Teilnehmern der größte Theorielehrgang statt, der je zum Erwerb der Ballonfahrlizenz in Deutschland abgehalten wurde.

Unser Vereinsmitglied Franz Hirmke gewinnt die oberfränkische Segelflugmeisterschaft in der Clubklasse.
1985 Zum Flugtag landet der damalige Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß mit einer Cessna Citation II in Bamberg. Unter anderem sind die Vorführungen der italienischen Kunstflugstaffel Alpi Eagles sowie die des Kunstflugweltmeisters Manfred Strößenreuther zu bewundern.

Christian Waldschmidt wird Bayerischer Meister in der bayerischen Wertung der Dezentralen Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) in der offenen Klasse. Hans Jürgen Schmacht gewinnt zum dritten Mal in Folge die Bayerische Segelflugmeisterschaft in der 15-Meter-Klasse.

Eine Fläche im Norden des Flugplatzes wird als Ausgleichsfläche für ein geplantes Bauvorhaben der US-Armee im Kasernenbereich, das schlussendlich nicht durchgeführt wird, aufgeforstet.
1987 Die US-Armee plant, die Breitenau in einen Laserschießplatz für Panzer zu verwandeln – die Fliegerei in Bamberg scheint ihrem Ende entgegenzutreten. Mithilfe von Oberbürgermeister Paul Röhner, von Landtagsabgeordnetem Paul Wünsche, der umgebenden Bürgervereine und der politischen Prominenz kann diese Gefahr gebannt werden.

Franz Ott erfliegt auf einer PIK-20E den Weltrekord in der Kategorie weiteste Strecke zu einem vorher angegebenem Ziel in einem Segelflugzeug mit Hilfsmotor. Er fliegt im Hangwind entlang der Appalachen zu einem 650 km vom Startflugplatz entfernten Ziel im Süden. Hans-Jürgen Schmacht gewinnt erneut den Klippeneck-Segelflug-Wettbewerb und wird Bayerischer Vizemeister in der 15-Meter-Klasse.
1989 Der Aero-Club Bamberg richtet zum ersten Mal ein Oldtimertreffen aus.

Der Verein zählt 300 Mitglieder, davon sind etwa 120 aktiv.

Hans Jürgen Schmacht gewinnt den Internationalen Hahnweide-Segelflugwettbewerb in der Standardklasse.
1990 Die Ballonsparte wird geschlossen. Der Ballonsport auf der Breitenau wird fortan unter der Leitung von Dr. Friedrich Gerfertz in einem eigenständigen Verein namens Ballonfahrerverein Bamberg betrieben.
1991 Hans Jürgen Schmacht wird Deutscher Meister im Motorsegelflug, gewinnt zum dritten Mal den Klippeneck-Segelflug-Wettbewerb und erringt den zweiten Platz auf dem Internationalen Hahnweide-Segelflugwettbewerb.
1992 Franz Ott holt sich den in der Zwischenzeit übertroffenen Weltrekord in der Kategorie weiteste Strecke zu einem vorher angegebenem Ziel in einem Segelflugzeug mit Hilfsmotor zurück: Er fliegt mit einer ASW 22 BE vom Flugplatz Uvalde in Texas zu einem 800 km entfernten Ziel im Norden.

Unser Vereinsmitglied Matthias Balbierz gewinnt die oberfränkische Segelflugmeisterschaft in der Standardklasse.
1994 Hans Jürgen Schmacht gewinnt den Internationalen Hahnweide-Segelflugwettbewerb in der 18-Meter-Klasse und belegt bei der Deutschen Segelflugmeisterschaft den vierten Platz.
September 1995 In Bamberg wird erstmals eine Bavarian-Open in der Klasse F5BJ (Elektroflug für Jedermann) durchgeführt. Unsere Modellflugsparte erreicht mit unserem Vereinsmitglied Rudolf Röder den dritten Platz, während sich unser Vereinsmitglied Reinhold Gramß den Jugendpreis holt.
1996 Der Aero-Club Bamberg trägt den 55. Deutschen Segelfliegertag aus; der bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und der Bamberger Bürgermeister Herbert Lauer sind vor Ort. Piloten aus ganz Deutschland versammeln sich in der Bamberger Konzert- und Kongresshalle, um diversen Fachvorträgen zuzuhören und sich Kenntnisse über die neuesten Forschungsergebnisse aus Meteorologie, Wettbewerbsfliegerei und vielem mehr anzueignen und diese in ihren Streckenflügen praktisch umzusetzen. Hersteller stellen hier ihre technischen Neuerungen im Flugzeugbau und in der Fluginstrumentierung vor.

Der Verein erhält vom Deutschen Aero Club das Otto-Lilienthal-Diplom für hervorragende Leistungen im Dienste des deutschen Luftsports.
1997 Nach jahrzehntelangen Bestrebungen und jahrelangen Verhandlungen mit der US-Armee, dem Bundesfinanzministerium und der Stadt Bamberg erwirbt der Aero-Club 3,3 ha des Vorfeldes und des Grundes, auf dem unsere Gebäude und Hallen stehen, von der Bundesvermögensverwaltung. Damit stehen unsere Hallen nach jahrzehntelanger Nutzung auf eigenem Grund und Boden und auch das Vorfeld gehört jetzt dem Verein.
1998 Die Landebahn wird auf 1.150 m verlängert und das östliche Segelfluglandefeld nach Norden verschoben. Regelmäßiger Werksflugverkehr mit Düsenflugzeugen beginnt.
1999 Abermals steht die Fliegerei auf der Breitenau vor großen Problemen: Mit sofortiger Wirkung verbietet das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg den Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen für die Dauer von insgesamt sechs Monaten, da der Gleitwinkel für die Anflugverfahren der US-Militärflugzeuge aufgrund der Versetzung der Schwelle im Zuge der Landebahnverlängerung im Vorjahr verändert worden ist. Unsere Flugzeuge dürfen zunächst noch nicht einmal ausgeflogen werden. Zur Überprüfung der örtlichen Situation reist ein zehnköpfiges Untersuchungsteam der US-Armee aus den Vereinigten Staaten an. Ein langer Abend in der Gaststätte Schlenkerla bereinigt schließlich die Situation aufgrund der gutachterlichen Stellungnahme und unsere Flugzeuge dürfen ausgeflogen werden. Die Segelflugzeuge und der Motorsegler werden auf der Friesener Warte und am Flugplatz Lichtenfels, die Motorflugzeuge auf dem Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt stationiert und geflogen, während auf den verschiedenen Ebenen und mit der Bayerischen Staatskanzlei über das weitere Vorgehen verhandelt wird. Letztendlich beschließt die US-Armee, ihre Flächenflugzeuge aus Bamberg abzuziehen, die Breitenau wieder der zivilen Luftfahrt zu öffnen und nur noch Hubschrauber hier zu betreiben. Starts und Landungen findet nun hauptsächlich in der Kaserne statt.

Unser Vereinsmitglied Ingo Baer startet mit unserer TB 10 D-EACS wenige Tage vor dem geplanten Flugtag zum Anlass unseres 50-jährigen Vereinsbestehens zu einem privaten Rundflug mit drei Passagieren und stürzt im Frankenwald ab. Keiner der vier Insassen überlebt den bislang schwersten Unfall in der Geschichte des Aero-Clubs. Der Flugtag wird daraufhin abgesagt; ein ökumenischer Gottesdienst für die Absturzopfer findet auf dem Flugplatz statt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt, ebenso die Staatsanwaltschaft gegen unseren Vorstand. Der BFU-Bericht ist veröffentlicht.
2002 Unser Vorstand Manfred Werth wird zum zweiten Ehrenvorstand in der Geschichte unseres Vereins ernannt.
2003 Der Aero-Club Bamberg veranstaltet ein Oldtimertreffen, bei dem die legendäre Junkers Ju 52 zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder auf der Breitenau landet.Unser damaliger Vorstand Manfred Werth wird dafür im Jahr 2002 zum zweiten Ehrenvorstand in der Geschichte unseres Vereins ernannt.

Die Graslandegasse 32 im Südwesten des Flugplatzes wird zugelassen.
Dezember 2004 Durch den Bau von Überrollstrecken wird die Landebahn auf 1.290 m verlängert.
2005 Die German Historic Flight besucht den Flugplatz Bamberg-Breitenau anlässlich unseres siebten Oldtimertreffens. An diesem Wochenende landen über 60 Oldtimerflugzeuge und über 100 weitere Flugzeuge in Bamberg.
2006 Hans Jürgen Schmacht erfliegt den ersten Platz beim 19. Eurocup in Lienz.
2011 Der Aero-Club Bamberg trägt die Offene Deutsche Hubschraubermeisterschaft aus.

Die Hängerhalle wird errichtet, in der fortan unsere Segelfluganhänger untergebracht werden.
2012 Nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte und rund 100 Jahren militärischer Nutzung wird der Flugplatz Bamberg-Breitenau nunmehr ausschließlich zivil genutzt. Die ehemaligen Gebäude der US-Armee im Süden des Flugplatzes werden vom Aero-Club Bamberg übernommen und dienen uns und unseren Flugzeugen während der Neubauphase unserer eigenen Gebäude 2014-2015 als Unterkunft.

Unsere Segelflieger steigen in die deutsche Bundesliga auf.
2013 Für die Entschärfung zweier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden der Flugplatz und umliegende Wohnsiedlungen weiträumig evakuiert. Die Bomben sind im Zuge des Konversionsverfahrens für die zivile Nutzung entdeckt worden. Die Entschärfung verläuft erfolgreich und ohne Schäden.

Die Baumaßnahmen zur Erneuerung, Verbreiterung auf 23,5 m und Unterflurbefeuerung der Asphaltbahn sind beendet. Der ehemalige Militärflugplatz Bamberg-Breitenau wird als ziviler Sonderlandeplatz wiedereröffnet. Die Landerichtungen der Bahn werden wegen der festgestellten Änderung des Erdmagnetfeldes von 04/22 auf 03/21 korrigiert.
2014 Beide Flugzeughallen und unser Vereinsheim werden abgerissen. Das Vereins- und Betriebsgebäude mit Turm und die Flugzeughalle werden neu gebaut und am 21. November 2015 eröffnet.
2015 Mit dem sensationellen vierten Platz in der deutschen Bundesliga erreichen unsere Segelflieger das beste Ergebnis unserer Vereinsgeschichte.

Unser Vereinsmitglied Horst Singer fliegt mit einer EB29 den ersten Streckensegelflug mit mehr als 1.000 km Distanz in der Geschichte der Breitenau.
2016 Unser Vereinsmitglied Maximilian Dorsch gewinnt die bayerische Jugend- und Gesamtwertung der DMSt in der Standardklasse.
2017 Der Flugplatz Bamberg-Breitenau wird für Luftfahrzeuge bis zu einem maximalen Abfluggewicht von zehn Tonnen zugelassen.

Maximilan Dorsch gewinnt erneut die bayerische Jugendwertung der DMSt in der Standardklasse.
2018 Maximilian Dorsch gewinnt die Deutsche Segelflugmeisterschaft der Junioren in der Clubklasse.

Die Segelflug-Schleppstrecke wird gedreht, sodass sie annähernd parallel zur Asphaltbahn verläuft.
2019 Anstelle des geplanten Instrumentenflug-Verfahrens nur für Helikopter soll nun ein solches eingeführt werden, das auch von Flächenflugzeugen verwendet werden kann, nachdem eine Änderung der EU-Richtlinien dies möglich macht. Im Zuge dieses Verfahrens wird das Flugplatzgelände komplett umzäunt.

Die Sparte Ultraleicht wird geschlossen.

Maximilian Dorsch gewinnt mit der deutschen Mannschaft die Segelflug-Weltmeisterschaft der Junioren in der Clubklasse im ungarischen Szeged. In der Einzelwertung erringt er den dritten Platz der besten Clubklassepiloten unter 25 Jahren weltweit. Im gleichen Jahr gewinnt er die OLC Junior Challenge, den Bitterwasser-Cup und zum zweiten bzw. dritten Mal die bayerische Gesamt- bzw. Jugendwertung der DMSt in der Standardklasse.