Aero-Club Bamberg e.V.
Flugbetrieb in Corona-Zeiten

Maskierte Piloten, Fluglehrer und Flugschüler sitzen in den Maschinen des Aero-Clubs Bamberg, abflugbereit und in freudiger Erwartung, Bamberg wieder von oben sehen zu können. Gemäß dem Leitfaden zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs vom Luftsport-Verband Bayern und dem vereinseigenen Hygienekonzept des Aero-Clubs Bamberg dürfen Piloten und Flugschüler wieder in die Luft, wenn sie die vorgeschriebenen Hygieneregeln einhalten: Einhalten des Mindestabstands zueinander, Regelmäßiges Desinfizieren der Steuerungselemente, Fliegen mit Mund-Nasen-Schutz und weitere Maßnahmen wollen beachtet werden.

Bis zum 11. Juni durfte der Turm nur noch von einem einzelnen Flugleiter besetzt werden; Maschinen, die auf anderen Flugplätzen stationiert sind, durften bis dahin nicht landen. Für Fluggäste ist das Mitfliegen tabu – sie können sich aber auf der Terrasse der neueröffneten Gaststätte das rege Treiben auf dem Flugplatz ansehen.

Da bei Überprüfungsflügen und in der Schulung Piloten und Fluglehrer zu zweit fliegen, sind die Auswirkungen der Maßnahmen hier am deutlichsten erkennbar: Gemeinsamer Theorieunterricht entfällt komplett. Flugplanung und Flugvorbereitung sind zuhause durchzuführen. Die Vor- und Nachbesprechung von Schulungsflügen passiert außerhalb des Flugzeugs. Im Segelflug zieren Folien und übergestülpte Hüllen die Funk-Mikrofone und die Steuerknüppel, zwischen den beiden Sitzplätzen ist eine Plexiglaswand eingebaut. Auch Lenkräder, Schalthebel und Handbremsen von Fahrzeugen, die zum Zurückziehen der gelandeten Segelflugzeuge oder der Schleppseile zur Segelflugstartstelle verwendet werden, müssen nach jeder Benutzung gereinigt werden. Ähnlich wie in Gasthäusern wird an der Startstelle und in den Werkstätten eine Anwesenheitsliste zur Erleichterung der Rückverfolgung von Infektionsketten geführt. Im Motorflug müssen Piloten ihr eigenes Headset mitbringen – auch hier ist die Zeit, die im Flugzeug verbracht wird, auf das notwendige Minimum zu reduzieren.

Die Bamberger Piloten ließen sich von all dem aber nicht beirren; sie konnten es kaum erwarten, nach der Winter- und der anschließenden Corona-Pause wieder in die Luft zu kommen. Die Streckensegelflüge am Herrentag zeugen davon, wie fliegerisch ausgehungert die Mannschaft des Aero-Clubs gewesen ist: An diesem Donnerstag wurden insgesamt knapp 5.000 km zurückgelegt! Spitzenreiter war Juniorenmeister Max Dorsch mit einer Flugstrecke von 886 km. Die offizielle Segelflug-Bundesliga begann dieses Jahr am 21. Mai.
 

Segelflug-Ausbildungsleiter Harry Gerlacher (hinten) mit maskierter Mannschaft
Segelflug-Ausbildungsleiter Harry Gerlacher (hinten) mit maskierter Mannschaft